Seniorenrat
Pflegebox monatliche Lieferung mit Einweghandschuhen, Bettschutzeinlagen und Desinfektionsmitteln

Pflegehilfsmittel: 42 €-Pflegebox kostenlos beantragen (Stand 2026)

Luisa Schneider

Luisa Schneider

Pflegeberaterin

Wer einen Pflegegrad hat, bekommt von der Pflegekasse jeden Monat bis zu 42 € für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch — Einweg-Handschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Einmal-Lätzchen. Diese Hilfsmittel sind Pflicht-Pauschale ab Pflegegrad 1 und werden meist als monatliche Pflegebox kostenfrei nach Hause geliefert. Dieser Ratgeber zeigt, was in der Box ist, wer sie liefert und worauf Sie bei der Auswahl des Anbieters achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nach § 40 Abs. 2 SGB XI gibt es ab Pflegegrad 1 — alle 5 Pflegegrade haben denselben Anspruch von 42 € pro Monat (erhöht von 40 € zum 01.01.2025). Die Pauschale wird typisch in einer monatlichen Pflegebox bequem nach Hause geliefert. Inhalt: Einweg-Handschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Einmal-Lätzchen, ggf. Mundschutz und Schutzschürzen. Keine Vorkasse — der Anbieter rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Sie können den Inhalt der Box individuell zusammenstellen.

Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

„Pflegehilfsmittel zum Verbrauch" sind nach § 40 Abs. 2 SGB XI alle Hilfsmittel, die bei der Pflege täglich verbraucht werden — also nicht wiederverwendbar sind. Die Pauschale ist eine zweckgebundene Pflicht-Leistung der Pflegekasse — bei jedem Pflegegrad gleich:

Pflegegrad Anspruch / Monat
1 42 €
2 42 €
3 42 €
4 42 €
5 42 €

Pro Jahr also 504 € pro Person — und das ohne Eigenanteil. Anders als das Pflegegeld ist diese Leistung zweckgebunden: Sie kann nur für die im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführten Verbrauchsprodukte genutzt werden, nicht für andere Zwecke.

Erhöhung 2025: Die Pauschale wurde zum 01.01.2025 von 40 € auf 42 € angehoben — gilt für 2026 unverändert weiter.

Was ist in einer Pflegebox?

Die meisten Pflegebox-Anbieter liefern monatlich ein zusammengestelltes Paket. Typische Inhalte:

Produkt Typische Menge / Monat
Einweg-Handschuhe (Latex- oder Nitril-frei, S/M/L) 100–150 Stück
Bettschutzeinlagen (60 × 90 cm, saugend) 25–30 Stück
Desinfektionsmittel (Hände, Flächen) 1–2 Liter
Mundschutz (Hygiene-Masken) 30–50 Stück
Einmal-Lätzchen (für Inkontinenz oder Mahlzeiten) 30 Stück
Schutzschürzen (Einweg) 30 Stück
Fingerlinge (Einweg-Schutz für einzelne Finger) optional

Was NICHT in der Pflegebox enthalten ist:

  • Inkontinenz-Material (Pants, Vorlagen, Windeln) — das gehört zur Hilfsmittel-Versorgung der Krankenkasse (Hilfsmittel Produktgruppe 15), nicht zur Pflegebox
  • Pflegebett, Antidekubitus-Matratze, Hausnotruf — auch Krankenkassen-Hilfsmittel mit eigenen Verordnungswegen
  • Pflegekosmetik (Cremes, Pflegelotionen) — sind zwar wichtig, aber kein Hilfsmittel

Häufige Verwechslung: „Pflegebox" und „Inkontinenz-Versorgung" werden oft im selben Atemzug genannt — sind aber zwei verschiedene Versorgungswege mit unterschiedlichen Kostenträgern. Inkontinenz-Material läuft separat über die Krankenkasse — meist als monatliches Versorgungs-Paket eines Sanitätshauses.

Wie funktioniert die Bestellung?

Schritt 1: Anbieter wählen

Es gibt rund 30–50 Anbieter in Deutschland, die Pflegeboxen liefern — viele bundesweit, manche regional. Bekannt sind:

  • Pflegehilfsmittel.com / Curabox (DRK)
  • Pflegebox.de (verschiedene Träger)
  • AOK-Pflegebox (in einigen Regionen)
  • Caritas-Pflegebox, Pflegebärchen, Pflegehilfe24

Worauf bei der Wahl achten:

  • Vertrag mit Ihrer Pflegekasse (sonst kein Direktabzug)
  • Inhalt anpassbar (Sie sollten die Boxgröße/Mischung wählen können — manche bieten z. B. mehr Bettschutz und keine Lätzchen)
  • Kostenfrei kündbar und ggf. monatlich änderbar
  • Lieferung pünktlich (typisch Anfang oder Mitte des Monats)
  • Qualität der Produkte (Bewertungen lesen — günstige Handschuhe reißen schnell, billiger Bettschutz hält die Flüssigkeit nicht)

Schritt 2: Antrag stellen

Der Anbieter sendet Ihnen einen vorbereiteten Antrag auf Kostenübernahme an die Pflegekasse — Sie unterschreiben und schicken zurück (bzw. der Anbieter macht das digital). Voraussetzungen:

  • Anerkannter Pflegegrad (1, 2, 3, 4 oder 5)
  • Häusliche Pflege (nicht im Pflegeheim — dort werden Pflegehilfsmittel vom Heim selbst bereitgestellt)
  • Erstantrag oder Anbieterwechsel ist jederzeit möglich

Bewilligung in der Regel innerhalb 1–2 Wochen nach Antragseingang bei der Pflegekasse.

Schritt 3: Monatliche Lieferung

Nach Bewilligung kommt die erste Pflegebox typischerweise innerhalb 5–10 Werktagen per Paketdienst zu Ihnen nach Hause. Folgelieferungen jeden Monat ohne weiteres Zutun.

Schritt 4: Inhalt anpassen

Bei den meisten Anbietern können Sie den Inhalt der Box jederzeit anpassen — über ein Online-Formular oder per Telefon. Sinnvoll, wenn sich der Pflegebedarf ändert oder bestimmte Produkte überflüssig werden.

Pflegehilfsmittel kostenfrei beziehen

Bis zu 42 € pro Monat zahlt die Pflegekasse für Pflegeartikel zum Verbrauch. Wir vermitteln einen passenden Anbieter, der direkt mit der Kasse abrechnet.

Jetzt Pflegebox anfragen

Pflegebox vs. Selbstkauf

Manche Familien fragen sich, ob ein Selbstkauf günstiger wäre — in der Regel nein:

Modell Vor- und Nachteile
Pflegebox via Anbieter Kostenlos für Sie (volle 42 € abgeschöpft); monatlich pünktliche Lieferung; Anpassung möglich
Selbstkauf in der Apotheke Sie zahlen, reichen Belege ein, Pflegekasse erstattet bis 42 € — maximal eigentlicher Anspruch, Aufwand höher
Selbstkauf im Drogeriemarkt Günstiger pro Stück, aber Belege oft nicht erstattbar (Pflegekasse erkennt nur „Pflegehilfsmittel"-deklarierte Artikel)

In der Praxis gewinnt die Pflegebox fast immer — gleicher Endpreis (42 €), aber der Anbieter übernimmt die Bürokratie.

Anbieterwechsel

Sie sind nicht an einen Anbieter gebunden. Wechsel sind jederzeit möglich:

  1. Beim neuen Anbieter Antrag stellen (mit Kündigung des alten)
  2. Pflegekasse informiert sich über Anbieterwechsel
  3. Erste neue Box in der Regel innerhalb von 4 Wochen

Gründe für einen Wechsel:

  • Schlechte Produktqualität
  • Verspätete oder unvollständige Lieferungen
  • Inhalt passt nicht zum tatsächlichen Bedarf
  • Kein Online-Service / kein anpassbares Sortiment

Häufige Fragen zur Pflegebox

Wie hoch ist die Pflegehilfsmittel-Pauschale 2026?

42 € pro Monat für alle Pflegegrade 1 bis 5 (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Erhöht von 40 € auf 42 € zum 01.01.2025 — Stand 2026 unverändert.

Brauche ich für die Pflegebox einen Pflegegrad?

Ja, mindestens Pflegegrad 1. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind eine Pflegekassen-Leistung — ohne anerkannten Pflegegrad gibt es keinen Anspruch. Pflegegrad beantragen.

Kostet die Pflegebox etwas?

Nein. Der Anbieter rechnet direkt mit der Pflegekasse ab — bis zur monatlichen Pauschale von 42 €. Ein Eigenanteil entsteht nur, wenn Sie zusätzlich Produkte über die 42 € hinaus bestellen.

Was ist in der Pflegebox enthalten?

Typisch: Einweg-Handschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Mundschutz, Einmal-Lätzchen, Schutzschürzen. Der genaue Inhalt ist beim Anbieter individuell anpassbar — manche Familien brauchen mehr Bettschutz, andere mehr Handschuhe.

Bekomme ich die Pflegebox auch im Pflegeheim?

Nein. In stationären Einrichtungen ist die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln vom Heim zu leisten — die Pauschale entfällt. Bei häuslicher Pflege oder in einer Pflege-WG: ja.

Was ist der Unterschied zur Inkontinenz-Versorgung?

Die Pflegebox (42 €/Monat von der Pflegekasse) enthält allgemeine Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Inkontinenz-Material (Pants, Vorlagen, Windeln) wird separat über die Krankenkasse als Hilfsmittel der Produktgruppe 15 verordnet — mit ärztlichem Rezept und ohne 42 €-Begrenzung. Beide Leistungen lassen sich parallel beanspruchen.

Kann ich Anbieter wechseln?

Jederzeit. Beim neuen Anbieter Antrag stellen, alter Anbieter wird automatisch über die Pflegekasse abgemeldet. Erste neue Lieferung in der Regel innerhalb 4 Wochen.

Bekomme ich nicht-verbrauchte Beträge ausgezahlt?

Nein. Die 42 € sind eine zweckgebundene Pauschale für Pflegehilfsmittel — keine Geldleistung. Was nicht in einem Monat verbraucht wird, verfällt. Anders als beim Entlastungsbetrag gibt es keine Ansparmöglichkeit.

Was ist, wenn ich mehr als 42 € pro Monat verbrauche?

Den Eigenanteil über 42 € hinaus zahlen Sie selbst — etwa zusätzliche Handschuhe oder Bettschutz im Drogeriemarkt. Bei dauerhaft höherem Bedarf ist eine Höherstufung des Pflegegrads zu prüfen, weil die anderen Leistungen (Pflegegeld, Sachleistungen) mit dem Pflegegrad steigen.

Welche Marken sind in der Pflegebox typisch?

Das hängt vom Anbieter ab. Häufig: Hartmann, Tena, Servoprax, Romed, Vivamedic. Hochwertige Anbieter geben das Sortiment transparent an — schlechte Anbieter verschleiern die Marken.

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