Seniorenrat

Pflegebett auf Rezept finden

Sanitätshäuser senden Ihnen passende Modelle, Standard-Pflegebetten zahlt die Krankenkasse vollständig, Eigenanteil nur ca. 10 €.

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Luisa Schneider

Von Luisa Schneider, Pflegeberaterin

Stand 2026 · Geprüft von Pflegeberaterin Luisa Schneider

Was ist ein Pflegebett?

Ein Pflegebett ist ein speziell für die häusliche oder stationäre Pflege konstruiertes Bett mit höhenverstellbarem Liegebereich, einstellbarem Kopf- und Fußteil sowie Aufstehhilfen. Pflegebetten sind ein anerkanntes Hilfsmittel, bei medizinischer Notwendigkeit zahlt die Krankenkasse das Standardmodell vollständig auf Rezept.

Pflegebetten erleichtern nicht nur dem Pflegebedürftigen das Aufstehen und Liegen, sondern auch der pflegenden Person die rückenschonende Pflege. Bei Bettlägerigkeit, nach Operationen oder bei eingeschränkter Mobilität gehört das Pflegebett zur Grundausstattung.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Pflegebett hat typisch elektrische Höhenverstellung (40–80 cm), separat verstellbares Kopf-/Fußteil, Seitengitter und Aufrichthilfe. Standard-Pflegebetten kosten 800–2.500 €, Komfort-Modelle 3.000–5.000 €. Die Krankenkasse zahlt das Standard-Pflegebett vollständig auf Rezept (Hilfsmittel-Nr. 19.40.01.0) bei medizinischer Notwendigkeit, Eigenanteil ca. 10 €. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Bettschutzeinlagen u. a.): 42 €/Monat Pauschale ab Pflegegrad 1.

Welche Pflegebett-Klasse passt zu mir?

Vier Klassen decken die meisten Pflegesituationen ab. Die Krankenkasse zahlt jeweils den Standard-Anteil, Komfort und Sonderfunktionen sind Eigenanteil.

KlassePreisKrankenkasseZielgruppe
Standard-Pflegebett800–2.500 €vollständig auf Rezept (~10 € Eigenanteil)Bettlägerigkeit, Pflegegrad 2+
Komfort-Modell3.000–5.000 €nur Standard-Anteil (~1.500 €)längere Pflegephasen, Wohnzimmer-Optik
Anti-Dekubitus-Bett2.500–5.500 €bei medizinischer Indikation komplettDruckgeschwür-Prophylaxe, Bettlägerige
Niedrig-Pflegebett1.500–3.000 €bei Indikation komplettDemenz, Sturzprophylaxe

Vorteile eines Pflegebetts

Ein Pflegebett ist nicht nur Luxus für die pflegebedürftige Person, es entlastet auch die pflegenden Angehörigen erheblich:

  • Selbstständiges Aufstehen möglich

    Mit elektrischer Höhenverstellung und Aufrichthilfe können viele Senioren ohne fremde Hilfe aufstehen, wichtige Selbstständigkeit zurückgewonnen.

  • Rückenschonende Pflege

    Pflegende Angehörige müssen sich nicht bücken, die Höhenverstellung bringt das Bett auf rückenschonende Arbeitshöhe (80–90 cm).

  • Druckgeschwür-Prophylaxe

    Verstellbares Kopf- und Fußteil ermöglicht regelmäßiges Umlagern, bei Bettlägerigkeit der wichtigste Schutz vor Dekubitus.

  • Auf Krankenkassen-Rezept verfügbar

    Bei medizinischer Notwendigkeit zahlt die Krankenkasse ein Standard-Pflegebett vollständig, der Eigenanteil beträgt nur ca. 10 € bei der Auslieferung.

Tiefer einsteigen

Wer übernimmt die Kosten für ein Pflegebett?

Pflegebetten sind ein anerkanntes Hilfsmittel, die Kostenübernahme läuft je nach Situation über Krankenkasse oder Pflegekasse. Stand 2026:

LeistungHöhe
Standard-Pflegebett über Krankenkasse (Rezept)0 €, bis ~10 € Eigenanteil
Hilfsmittelnummer (Pflegebett, Standardausführung)19.40.01.0
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, Pauschale (Bettschutzeinlagen u. a.)42 € / Monat
Komfort-Modelle / individuelle SonderausstattungEigenanteil 500–3.000 €
Voraussetzung Pflegegradab Pflegegrad 1 (für Pauschale)

Pflegebett-Auswahl im Detail

So läuft die Vermittlung über Seniorenrat

  1. 1

    Anfrage stellen

    Pflegegrad, Größe der pflegebedürftigen Person und Wunsch-Funktionen (Höhenverstellung, Seitengitter, Aufrichthilfe), kostenlos und unverbindlich.

  2. 2

    Passende Angebote erhalten

    Geprüfte Sanitätshäuser und Pflegebetten-Anbieter senden Ihnen Modelle inklusive Krankenkassen-Rezeptabwicklung, meist Lieferung in 3–7 Werktagen.

  3. 3

    Vergleichen und entscheiden

    Sie wählen das Modell mit den richtigen Funktionen für die Pflegesituation, Standard komplett über die Krankenkasse oder Komfort mit überschaubarem Eigenanteil.

Worauf Sie vor der Auswahl achten sollten

Sechs Punkte zwischen Verordnung und Lieferung, die meisten kosten nichts, sparen aber Ärger:

  1. 1

    Detaillierte ärztliche Verordnung

    Pauschale Verordnung wird oft abgelehnt. Stichworte „Bettlägerigkeit", „Sturzgefahr", „Dekubitus-Prophylaxe", „rückenschonende Pflege durch Angehörige" erhöhen die Bewilligungsquote deutlich.

  2. 2

    Sanitätshaus mit Krankenkassen-Vertrag

    Nur Vertragspartner Ihrer Krankenkasse rechnen direkt ab. Bei Nicht-Vertragspartnern müssen Sie in Vorleistung gehen und Erstattung beantragen, meist nur Teilbetrag.

  3. 3

    Aufbau und Einweisung vor Ort

    Im Liefertermin erklärt der Sanitätshaus-Mitarbeiter alle Funktionen, prüft die Sicherheit und schult bei Bedarf die pflegende Person. Lassen Sie sich Zeit nehmen.

  4. 4

    Matratze separat verordnen

    Eine medizinisch geeignete Matratze (Anti-Dekubitus, Wechseldruck) ist ein eigenes Hilfsmittel. Standardmatratze des Bettes reicht selten, separate Verordnung beim Hausarzt anfordern.

  5. 5

    Service bei Reparatur

    Wartung, Reparatur und Ersatzteile übernimmt der Anbieter, Reaktionszeit (24–72 h) und Hotline-Erreichbarkeit schriftlich vereinbaren.

  6. 6

    Hilfsmittelnummer prüfen

    Standard-Pflegebett trägt die Nummer 19.40.01.0 im Hilfsmittelverzeichnis. Bei Sondermodellen prüfen, ob die abweichende Nummer auf dem Rezept steht, sonst Rückläufer.

Häufige Fragen vor der Auswahl

Bekommt man ein Pflegebett ohne Rezept?

Ja, als Selbstkauf oder zur Miete (ab ~50 € pro Monat). Sinnvoller ist die Verordnung durch den Hausarzt: Bei medizinischer Notwendigkeit zahlt die Krankenkasse ein Standard-Pflegebett vollständig, ohne dass es einen Pflegegrad braucht. Eigenanteil nur ~10 €.

Was ist der Unterschied Pflegebett vs. Krankenhausbett?

Pflegebetten sind für die häusliche Langzeitpflege optimiert: leichteres Design, leiserer Motor, oft Holz-Optik passend zu Wohnmöbeln. Krankenhausbetten sind robuster und für klinische Reinigungs- und Hygiene-Anforderungen gebaut, wirken im Wohnzimmer aber sehr klinisch.

Wie lange dauert die Lieferung über die Krankenkasse?

Mit ärztlicher Verordnung erhalten Sie das Pflegebett typisch in 5–10 Werktagen. Eilfälle (z. B. Krankenhausentlassung) liefern die meisten Sanitätshäuser in 1–3 Werktagen. Aufbau und Einweisung erfolgen vor Ort durch den Sanitätshaus-Mitarbeiter.

Was kostet ein Komfort-Pflegebett?

Komfort-Modelle (z. B. mit Wechseldruck-Matratze, Bett-Sensorik, leiseren Motoren oder Holz-Design) kosten 3.000–5.000 €. Die Krankenkasse zahlt nur den Standard-Anteil, typisch 1.200–1.500 €, der Rest ist Eigenanteil. Bei Pflegegrad ist alternativ ein Antrag bei der Pflegekasse über § 40 SGB XI denkbar.

Werden auch Zubehör und Verbrauchsmittel übernommen?

Ja, die Pflegehilfsmittel-Pauschale von 42 €/Monat (ab Pflegegrad 1) deckt Bettschutzeinlagen, Hand-Desinfektion, Einmalhandschuhe und Mundschutz. Spezielles Bett-Zubehör (Anti-Dekubitus-Matratze, Bett-Tisch) wird über separate Hilfsmittel-Verordnungen abgewickelt.

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